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<title>Formularprozess</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Formularprozess</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <b>Formularprozess</b> (auch als <i>Formularverfahren</i> bezeichnet; <a href="Latein" title="Latein">lat.</a> <i>formula</i>, „kleine Satzung“, Diminuitiv von <i>forma</i>, „Norm, Verfahrensordnung“)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> war ein spätestens im 2. Jahrhundert v. Chr. im <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">römischen Recht</a> eingeführtes <a href="Praetur" title="Praetur">prätorisches</a> Prozessverfahren. Es hatte das <a href="Zw%C3%B6lftafelgesetz" title="Zwölftafelgesetz">ältere</a> System der <a href="Legisaktionenverfahren" title="Legisaktionenverfahren">Legisaktionen</a> aus <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">frührepublikanischer</a> Zeit abgelöst, wurde selbst aber – aufgrund der größeren Praktikabilität des <a href="Kognitionsverfahren" title="Kognitionsverfahren">Kognitionsverfahrens</a> – im Laufe des 2. Jahrhunderts n. Chr. wieder preisgegeben. Die in der rechtshistorischen Literatur auch als Schriftformeln bekannten <i>formula</i>, beinhalteten das Prozessprogramm zum Streitgegenstand und behandelten lange Zeit vornehmlich prätorisches <a href="Ius_honorarium" title="Ius honorarium">Honorarrecht</a>,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> anfänglich beschränkt auf Klagen aus Gelddarlehen <i>(<a href="Mutuum" title="Mutuum">mutua</a>)</i>.
</p><p>Formularprozess (<i>agere per formulam</i>) bedeutet, dass der Prozess durch eine schriftliche Formel bestimmt wird, die der <a href="Magistratur" title="Magistratur">Gerichtsmagistrat</a> in Interaktion mit den Streitparteien dem <a href="Iudex" title="Iudex">Richter</a> bzw. der Richterbank vorgibt. Die Entscheidung soll sich nach bestimmten in der Formel enthaltenen Worten richten, umfassend die Richtereinsetzung, das Streitprogramm, Klagegrund und Klagegegenstand, sowie die Verurteilung. Der äußeren Erscheinung nach war die Formel wohl <a href="Urkunde" title="Urkunde">Urkunde</a>.
</p><p>Viele Quellen der <a href="Klassik_(Jurisprudenz)" title="Klassik (Jurisprudenz)">klassischen Jurisprudenz</a>, die sich sicherlich intensiv mit dem Formularverfahren befasst hatten, stehen heute nicht mehr zur Verfügung. Da zudem <a href="Justinian_I." title="Justinian I.">Justinian</a> seine große <a href="Corpus_iuris_civilis" title="Corpus iuris civilis">Gesetzeskompilation</a> in der <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> an der längst veränderten Gestaltung des Zivilprozesses ausgerichtet hatte und deshalb nur rudimentär Zeugnis über den Verfahrenstyp ablegt, kommt der Würdigung der schmalen Beleglage des Hochklassikers <a href="Gaius_(Jurist)" title="Gaius (Jurist)">Gaius</a> besondere Bedeutung zu.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung_der_römischen_Prozessarten"><span id="Entwicklung_der_r.C3.B6mischen_Prozessarten"></span>Entwicklung der römischen Prozessarten</h2></div>
<div class="toccolours float-right" style="width:210px;">
<div class="timeline-wrapper"></div>
<small><i>Zeittafel:Entwicklung römischer Prozessarten</i></small></div>
<p>Dem Formularprozess ging historisch das <a href="Legisaktionenverfahren" title="Legisaktionenverfahren">Legisaktionenverfahren</a> (von <i>lege agere</i>, <i>legis actio</i>; „Handeln nach festen Spruchformeln“, die von den Parteien vor dem Magistrat gesprochen werden mussten) voraus. Ursprünglich ein einheitliches Verfahren, war es der Quellentradition nach in seiner späteren Phase durch eine Zweiteilung der Verfahrensschritte gekennzeichnet. Zunächst wurde der Prozess vom Magistraten im ersten Verfahrensschritt <i>(in iure)</i><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vorbereitet und justiziabel gemacht, indem er mit bestimmten Worten <i>(certis verbis)</i> begründet wurde (Spruchformel). Kern des Auftritts der Parteien vor (zumeist) dem Magistrat war im formellen Sinne deren Wechselrede (Mündlichkeit) in der Sacheinlassung. Im zweiten Verfahrensschritt wurde vor dem Richter <i>(apud iudicem)</i><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Beweis erhoben und das Urteil gesprochen.
</p><p>Ausweislich der <a href="Institutiones_Gai" title="Institutiones Gai">gaianischen Institutionen</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wurde das Prozessbild seit der <i><a href="Lex_Aebutia_de_formulis" title="Lex Aebutia de formulis">lex Aebutia de formulis</a></i> im Lauf des 2./1. Jahrhunderts v. Chr. abgewandelt, was zur Folge hatte, dass das Legisaktionenverfahren vom Formularprozess abgedrängt und durch die <a href="Augustus" title="Augustus">augusteischen</a> <i><a href="Leges_Iuliae" title="Leges Iuliae">leges Iuliae</a></i> im Jahr 17 v. Chr. (mit wenigen Ausnahmen) schließlich abgeschafft wurde.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gestritten wurde ab dieser Zeit <i>per concepta verba</i>, das heißt <i>per formulas</i> und nicht mehr mittels unabänderlicher Spruchformeln in einer Wechselrede. Das bedeutet aber nicht, dass lediglich „Spruch-“ durch „Schrift-“ ausgetauscht gedacht werden muss, erheblich war vielmehr, dass die Parteien auf das Verfahren Einfluss nehmen konnten. Die Formel wurde verbal in freier Parteiverhandlung synthetisiert, nicht aus determinierten Sprachvorgaben deduziert; die Festlegung des Streitgegenstandes dokumentierte sich aus dem Klageantrag <i>(in ius vocare)</i> und der Beklagteneinlassung <i>(<a href="Litiskontestation" title="Litiskontestation">litis contestatio</a>)</i>. Die Prozessbeteiligten genossen aber nicht nur eine größere Gestaltungsfreiheit, auch entfiel die dem strengen Formalismus verpflichtete <a href="Gewohnheits-_und_Sakralrechtswesen_im_antiken_Rom" title="Gewohnheits- und Sakralrechtswesen im antiken Rom">sakrale</a> Tradition des archaischen Spruchformelverfahrens.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Ergebnis eines Vergleichs, war der inhaltliche Unterschied der Prozessarten gleichwohl gering.
</p><p>In der Zeit des <a href="Prinzipat" title="Prinzipat">Prinzipats</a> ergab sich eine Neuerung insoweit, als Urteile des <i>iudex</i> überprüfbar wurden. In einem Anschlussverfahren <i>(cognitio)</i> konnte kraft des in der neuen Reichsverwaltung eingerichteten Instanzenzuges ein beamteter Richter die vorangegangene Entscheidung aufheben, nachdem er eine erfolgreiche Beschwerde <i>(appellatio)</i> an den <a href="Princeps" title="Princeps">Princeps</a> gerichtet hatte. Im Vollstreckungsrecht löste die <i><a href="Actio_iudicati" title="Actio iudicati">actio iudicati</a></i> die <i><a href="Legis_actio_per_manus_iniectionem" title="Legis actio per manus iniectionem">legis actio per manus iniectionem</a></i> ab, stellte aber ebenfalls einen neuen Prozess dar. In diesem konnte die Zwangsvollstreckung auf die Person des Schuldners erfolgen, genauso aber auch in dessen Vermögen.
</p><p>Der Formularprozess wurde im Lauf des 3. Jahrhunderts n. Chr. vom <a href="Cognitio_extra_ordinem" class="mw-redirect" title="Cognitio extra ordinem">Kognitionsprozess</a> (von <i>cognitio</i>, Prüfung und Entscheidung einer rechtlich relevanten Frage durch einen Amtsträger) verdrängt, 342 n. Chr. förmlich abgeschafft, von den Kaisern <a href="Constans" title="Constans">Constans</a> und <a href="Constantius_II." title="Constantius II.">Constantius</a> wurde er in beiden Teilen des Reichs verboten.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Magistrate_und_Urteilsrichter">Magistrate und Urteilsrichter</h2></div>
<p>In <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> waren der Stadtprätor <i>(praetor urbanus)</i> und der Fremdenprätor <i>(praetor peregrinus)</i> für Art und Umfang von Gerichtsprozessen zuständig. Bis zur Klarstellung des gerichtlichen Anspruchs des Klägers durch Streitbefestigung (Formelbildung), hielt er den Prozess selbst in der Hand. Mit Absolvenz dieses ersten Prozessabschnitts <i>(in iure)</i>, gab er an den Entscheidungsrichter <i>apud iudicem</i>, der die Beweisaufnahme nach seinen Vorgaben vorzunehmen hatte, zur Urteilsbildung ab. Die Bezeichnungsunterschiede der Prätoren resultierten daraus, ob <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">römische Bürger</a> (dann Stadtprätor), oder Nichtbürger (dann Fremdenprätor) am Prozess beteiligt waren. Die örtlichen Marktstreitigkeiten regelten die <a href="%C3%84dil" title="Ädil">kurulischen Ädile</a> <i>(aediles curules)</i> als Gerichtsmagistrate.
</p><p>In den <a href="R%C3%B6mische_Provinz" title="Römische Provinz">römischen Provinzen</a> waren es die <a href="Statthalter" title="Statthalter">Statthalter</a> (auch <a href="Gouverneur" title="Gouverneur">Gouverneure</a> genannt), die an den Gerichtstagen <i>(conventus)</i> vorsaßen. Sofern in den <a href="Colonia_(Rom)" title="Colonia (Rom)">Kolonien</a> und <a href="Municipium" title="Municipium">Munizipien</a>, in denen Voll- oder Halbbürger, also auch Bürger mit lediglich <a href="Latinisches_B%C3%BCrgerrecht" title="Latinisches Bürgerrecht">latinischem Bürgerrecht</a> stritten, und der Streitwert gering war, nahmen sich auch die Magistrate der Gemeinden der Rechtsangelegenheiten an. Zumeist waren das die <i><a href="Duoviri#Duoviri_in_den_Bürgerkolonien_und_Munizipien" title="Duoviri">duoviri iure dicundo</a></i>.
</p><p>Als Richter im zweiten Verfahrensabschnitt <i>(apud iudicem)</i>, traten der Einzelrichter <i>iudex unus</i> oder die – um keine Pattsituationen entstehen zu lassen – mit drei oder fünf Richtern besetzte Richterbank <i>(<a href="Recuperatores" title="Recuperatores">recuperatores</a>)</i> in Erscheinung <i>(apud recuperatores)</i>. In <a href="Erbfolge_(r%C3%B6misches_Recht)" title="Erbfolge (römisches Recht)">erbrechtlichen</a> Angelegenheiten allerdings, waren die <i><a href="Centumviri" title="Centumviri">centumviri</a></i> aufgerufen, die Beweisaufnahme zu lenken und das Urteil zu bilden. Die Besonderheit bei dieser Rechtsmaterie lag darin, dass noch in der <a href="Klassik_(Jurisprudenz)" title="Klassik (Jurisprudenz)">klassischen</a> <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">Kaiserzeit</a> nach dem Vorgängerverfahrenstyp, den Legisaktionen, verhandelt wurde. Zur Auswahl der Richter, wurden diese einer Liste entnommen, die Senatoren und Ritter auswies. Den <a href="Partei_(Recht)" title="Partei (Recht)">Parteien</a> war allerdings das Recht eingeräumt, selbst einen Richter bestimmten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bestandteile_des_Erkenntnisverfahrens">Bestandteile des Erkenntnisverfahrens</h2></div>
<p>Die römischen Quellen selbst geben keine Hinweise auf die in der Forschung verwendeten Begrifflichkeiten zur Verfahrenszweiteilung in die Schritte <i>in iure</i> <i>(apud magistratum/praetorem)</i> und <i>apud iudicem</i>. Gebraucht wurden vielmehr Bezeichnungen wie <i>agere cum (petere ab) aliquio</i>, <i>iudicium (accipere)</i>, <i><a href="Litiskontestation" title="Litiskontestation">litis contestatio</a></i>, <i>iudicium dare</i>, <i>actio</i>, <i>petitio</i> und <i>persecutio</i>, Termini, die nach modernem Verständnis lediglich über- bzw. unterschneidende Einzelheiten aus dem Gesamtverfahren, Interaktionen und Maßnahmen von Parteien und Magistrat (zumeist dem Prätor), ausdrücken.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aus diesem Grund vereinfacht die moderne Vorstellung eines „zweigeteilten Prozesses“ die Darstellbarkeit der komplexen Struktur.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="In_iure_(erster_Verfahrensschritt)"><span id="In_iure_.28erster_Verfahrensschritt.29"></span><i>In iure</i> (erster Verfahrensschritt)</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Voraussetzungen_für_die_Streitfestsetzung"><span id="Voraussetzungen_f.C3.BCr_die_Streitfestsetzung"></span>Voraussetzungen für die Streitfestsetzung</h4></div>
<p>Sofern der Klagegegner bei seiner ersten Einberufung vor dem Prätor unmittelbar ein <a href="Anerkenntnis" title="Anerkenntnis">Schuldanerkenntnis</a> ablegte, entfaltete dieses die Wirkung eines Urteils <i>(confessio in iure)</i>. Der Kläger konnte sein Interesse im Anschluss mit der <i><a href="Actio_iudicati" title="Actio iudicati">actio iudicati</a></i> vollstrecken.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Verweigerte der Klagegegner die Streiteinlassung vor dem Prätor, so lohnte sich das für ihn nicht, weil Untätigkeit mit der Drohkulisse einer <i><a href="Missio_in_bona" title="Missio in bona">missio in bona</a></i> wirksam abgeschreckt wurde. Deren Vollzug löste im Bereich des Schuldrechts größere Übel aus als der schlechteste denkbare Prozessausgang. Der Klagegegner haftete für die behauptete Forderung in diesem Fall mit seinem Gesamtvermögen. Bezog sich die Untätigkeit des Klagegegners auf die <a href="Actio_in_rem" title="Actio in rem">Herausgabe</a> einer <a href="Sache_(Recht)" title="Sache (Recht)">Sache</a>, konnte der Prätor sie dem Kläger unmittelbar übergeben und zuweisen. Sofern die Sache dem Gericht nicht vorlag, griffen bei beweglichen Sachen Ansprüche auf <a href="Actio_ad_exhibendum" title="Actio ad exhibendum">Vorweisung</a> und <a href="Besitzschutzinterdikt" title="Besitzschutzinterdikt">Besitzschutzinterdikte</a> bei Liegenschaften und Erbschaften.
</p><p>Bis heute liegt im Unklaren, wann die Richtereinsetzung <i>(<a href="Iudex" title="Iudex">iudex</a>, arbiter, recuperatores)</i> zu erfolgen hatte. Vermutet wird, dass der Richter oder die Richterbank noch nach „richterloser“, formularer Streitfestsetzung (<a href="Litiskontestation" title="Litiskontestation">Litiskontestation</a>), mit der der Prozess <a href="Rechtsh%C3%A4ngigkeit" title="Rechtshängigkeit">rechtshängig</a> war (Litispendenz), bestimmt werden durfte(n).<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Darauf weisen überlieferte Blankette hin.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Satzung der Klageformel setzte der Magistrat die Kompetenzen, das Prüfungsprogramm und die Entscheidungsmöglichkeiten (Verurteilung, Freispruch) des Spruchkörpers fest.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Bezeichnungen,_Prozessvertretung,_Eidesleistung"><span id="Bezeichnungen.2C_Prozessvertretung.2C_Eidesleistung"></span>Bezeichnungen, Prozessvertretung, Eidesleistung</h4></div>
<p>Die Formel umfasste als wesentliche Bestandteile grundsätzlich die Bezeichnung des Streitgegenstandes <i>(demonstratio)</i>, des Klägerbegehrens <i>(intentio)</i>, bei Teilungsklagen gegebenenfalls die verlangte Zuurteilung <i>(adiudicatio)</i>, und den zielführenden Urteilsbefehl <i>(condemnatio)</i>. Einzelne Formelteile bedingten sich untereinander.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sofern seitens des Klagegegners <a href="Einwendung" title="Einwendung">Einwendungen</a> <i>(<a href="Exceptio" title="Exceptio">exceptiones</a>, praescriptiones)</i> geltend gemacht werden konnten, wurden sie zwar nicht Formelbestandteil des Prozessprogramms, sie fanden aber ihren Niederschlag noch vor der Richtereinsetzung.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Zuvielforderung <i>(pluris petitio)</i> des Klägers führte zur Klageabweisung und Konsumtion des gesamten Rechtsstreits, anders als eine Zuwenigforderung <i>(minoris petitio)</i>, die nach Verurteilung des Beklagten auf das <i>minor</i>, die fehlende Differenz einklagbar hielt. Der Anspruchsgegner (Beklagte) hatte zur Begleichung seiner potentiellen Urteilsschuld <a href="Sicherheitsleistung" title="Sicherheitsleistung">Sicherheiten</a> <i>(cautiones iudicatum solvi)</i> zu leisten. Diese erbrachte er in Form bürgschaftsbewehrter <a href="Stipulation" title="Stipulation">Stipulationsgeschäfte</a>.
</p><p>Eine Besonderheit des vorklassischen und klassischen römischen Rechts war die Gestaltung eines geplanten Gläubiger- oder Schuldnerwechsels (Subjektwechsel) im Prozess. Da das römische Recht den heute selbstverständlichen Rechtsgedanken der <a href="Abtretung_(Deutschland)" title="Abtretung (Deutschland)">Forderungsabtretung</a> (Zession) und auch der <a href="Schuld%C3%BCbernahme" title="Schuldübernahme">Schuldübernahme</a> (stattdessen nur die <a href="Novation" title="Novation">Novation</a>) nicht kannte, weil davon ausgegangen wurde, dass alle Rechte aus Verpflichtungsgeschäften stets an den originären Träger gebunden waren, wurde die <a href="Delegatio" title="Delegatio">Aktivdelegation</a> bemüht. Damit Nebenrechte (Bürgschaften und Pfandrechte) nicht untergehen, es insbesondere nicht der Zustimmung der jeweiligen Gegenpartei bedurfte, bediente man sich dafür der Prozessvertretung. Der abtretende Gläubiger (Zedent) bestellte denjenigen, dem er das Forderungsrecht zuwenden wollte (Zessionar) zum <i><a href="Cognitor" title="Cognitor">cognitor</a></i> beziehungsweise <i><a href="Procurator" class="mw-redirect" title="Procurator">procurator</a> in rem suam</i>, der die Forderung im eigenen Namen geltend machte <i>(alieno nomine agere)</i>. Das Klägerbegehren in der Formel <i>(intentio)</i> wurde dabei auf den Namen des Zedenten geschrieben, der Urteilsbefehl <i>(condemnatio)</i> auf den Zessionar. Die Vollstreckungsklage aus dem Urteil wiederum wurde auf den Vertretenen zurückgeleitet, sodass dessen Prozessinteresse gewahrt blieb.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses Vorgehen war beiden Prozessparteien erlaubt. Der Prozessvertreter wurde im Rechtsstreit also selbst Prozesspartei.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Möglichkeit des Austauschens der Parteien, der Vertreter oder des Richters <i>(<a href="Translatio_iudicii" title="Translatio iudicii">translatio iudicii</a>)</i> stand unter dem Vorbehalt der Einwilligung durch den Gerichtsmagistrat.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Assertion" title="Assertion">assertorische</a> <a href="Eid" title="Eid">Eidesleistung</a> über Tatsachen- oder Rechtsbehauptungen <i>(<a href="Professio_fidei" title="Professio fidei">iusiurandum</a>)</i> gehört der Sache nach zum Prozessabschnitt <i>apud iudicem</i>, wird von der Literatur in unterschiedlicher Hinsicht aber zumeist mit dem magistratischen Prozessabschnitt <i>in iure</i> in Verbindung gebracht.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dafür spielt eine Rolle, dass die Voraussetzungen für ein Eidverfahren im jeweils gültigen <a href="Ius_honorarium" title="Ius honorarium">prätorischen</a> <a href="Edikt" title="Edikt">Edikt</a> festgelegt war. Der Jurist <a href="Gaius_(Jurist)" title="Gaius (Jurist)">Gaius</a>, der im Zusammenhang mit den antiken Schilderungen als Primärquelle gilt, nennt hingegen nicht den Prätor, sondern den Iudex als maßgebliche Figur der Eidesabnahme.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aufgrund des Sachzusammenhangs (Bestehen und Durchsetzbarkeit einer Forderung) erscheint das auch plausibel. Der Eid, der kein Beweismittel für die Streitentscheidung war, konnte vor Prozesseinleitung noch geleistet werden und der beweisschuldigen Partei den Ausweg bieten, sich moralisch der Gegenseite gegenüber zu rehabilitieren. Nicht selten wurde der Eid aber erst im Verfahren vor dem Richter abgenommen, dann nämlich, wenn die Beweissituation zutage trat. Weitere Besonderheiten, die mit der Technik der Eidesleistung <i>in iure</i> verbunden sind, aber auch die Rekonstruktion von Edikten selbst, sind bisher unzureichend ausgeforscht, bieten zur weiteren Aufklärung ein noch interessantes Forschungsfeld.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Apud_iudicem_(zweiter_Verfahrensschritt)"><span id="Apud_iudicem_.28zweiter_Verfahrensschritt.29"></span><i>Apud iudicem</i> (zweiter Verfahrensschritt)</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Quellenlage">Quellenlage</h4></div>
<p>Zum Erkenntnisverfahren<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vor dem Iudex <i>(iudex unus)</i> oder bei erhöhtem öffentlichen Interesse vor dem Kollegialgericht <i>(recuperatores)</i>,<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sind umfassende Quellen nicht nachweisbar, ebenso wenig zum Aufbau des thematisierenden prätorischen Edikts. Lediglich die <i><a href="Leges_Iuliae" title="Leges Iuliae">leges Iuliae</a></i> legen mittelbares Zeugnis darüber ab, dass Verfahrensbestimmungen bestanden haben und von Juristen auch kommentiert wurden. Zu berücksichtigen ist zudem, dass abstrakte Grundsätze, eingebunden in Prozessprinzipien, ohnehin nicht bestanden, kaum vor dem 19. Jahrhundert überhaupt entwickelt wurden. Die Vorgehensweise der Forschung bleibt eine anachronistische, mit heuristischen Ergebnissen.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bestimmte Verhandlungsmaximen galten unumstritten: die richterliche <a href="Ablehnungsgesuch" title="Ablehnungsgesuch">Unparteilichkeit</a>, das Format der <a href="%C3%96ffentlichkeit#Öffentlichkeit_und_Recht" title="Öffentlichkeit">Öffentlichkeit</a>, <a href="Rechtliches_Geh%C3%B6r" title="Rechtliches Gehör">rechtliches Gehör</a>, <a href="M%C3%BCndlichkeitsgrundsatz" title="Mündlichkeitsgrundsatz">Mündlichkeit</a>, <a href="Unmittelbarkeitsprinzip" title="Unmittelbarkeitsprinzip">Unmittelbarkeit</a> und letztlich die freie Beweiswürdigung. Aufgrund der mageren Quellenlage gehen die Meinungen darüber auseinander, in welchem Verhältnis die – im modernen Recht breit diskutierte – methodischen Antagonisten zueinander standen, so die <a href="Dispositionsmaxime" title="Dispositionsmaxime">Dispositionsmaxime</a> gegenüber der <a href="Offizialmaxime" title="Offizialmaxime">Offizialmaxime</a> oder der <a href="Verhandlungsgrundsatz" title="Verhandlungsgrundsatz">Verhandlungsgrundsatz</a> gegenüber der <a href="Amtsermittlungsgrundsatz" title="Amtsermittlungsgrundsatz">Untersuchungspflicht</a>.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der von den klassischen Juristen verwendete Terminus <i>officium iudicis</i> ist in keiner Schrift mit diesem Titel belegt. Er hilft auch nicht weiter, denn die äußere Verfahrensgestaltung wird begrifflich damit nicht angesprochen. Er steht im Zusammenhang mit dem engen (oder auch weiten) Begriff <i>iudicare</i>, mithin dem inhaltlichen Prozess des Richtens, Urteilens, mittels einer Entscheidung Recht Verschaffens.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für die Verhandlungsabläufe von der Beweisführung hin zum Urteil, hatte der Iudex keine expliziten Vorschriften zur Verfügung. Diesen Mangel beklagte <a href="Aulus_Gellius" title="Aulus Gellius">Aulus Gellius</a>, der, um sein Amt als Iudex gewissenhaft ausüben zu können, sich den Rat von <a href="Grammatiker" title="Grammatiker">Grammatikern</a> und <a href="Philosoph" title="Philosoph">Philosophen</a> einholte. Ihm erschienen die verfügbaren Juristenkommentare als ineffizient.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Aufgabe des Richters war die formelgemäße Urteilsfindung. Die notwendigen Prozessschritte absolvierte er allein in Personalunion, denn es stand ihm kein Hilfspersonal zur Verfügung. Regelmäßig wurde er aus der Mitte der Gesellschaft in die Richterliste rekrutiert, gehörte weitestgehend nicht der gebildeten Oberschicht an, war juristischer Laie und war gewöhnlicherweise Praktiker in Ausübung eines alltäglichen Berufs. Die ihm zugewiesenen reduzierten Kompetenzen als bloßes Entscheidungsvollzugsorgan, nahegelegt durch die <a href="Prozessformel" title="Prozessformel">Prozessformel</a>, täuschen darüber hinweg, dass er über die Faktenanalyse hinaus durchaus Rechtsfragen und Fragen zum Konzept aufgreifen durfte. Mit Informationen standen ihm präjudizielle <a href="Responsa_(r%C3%B6mische_Jurisprudenz)" title="Responsa (römische Jurisprudenz)">Rechtsbescheide</a> zur Verfügung, auch konnte er seinen juristischen Beraterstab im Hintergrund, das <i>consilium</i>, konsultieren.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Äußerer_Prozessablauf"><span id=".C3.84u.C3.9Ferer_Prozessablauf"></span>Äußerer Prozessablauf</h4></div>
<p>Eröffnet wird das Erkenntnisverfahren durch das <i>intertium</i>,<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dem vom Magistraten anberaumten Termin am Verhandlungstag vor dem Richter.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den vormaligen Legisaktionenverfahren wurde dieser Überleitungschritt in den eigentlichen Prozess noch als <i>comperendinatio</i> bezeichnet. Es folgten in der mündlichen Verhandlung die gegliederten Sachvorträge <i>(orationes continuae)</i>, gegebenenfalls <a href="Unterbrechung_(Recht)" title="Unterbrechung (Recht)">unterbrochen</a> durch gesetzlich, richterlich oder parteilich notwendig ergehender Verschiebungen oder gar Vertagungen <i>(diffissiones)</i>. Es war dafür Sorge zu tragen, dass keine <i>mors litis</i> eintrat,<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> was den erzwungenen Verfahrensschluss aufgrund Nichteinhaltung der vorgegebenen achtzehnmonatigen Frist (berechnet ab der Streitfestsetzung im magistratischen Verfahren) zur Urteilsfindung bedeutet hätte.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gerichtliche Vergleichs- und Verzichtsverhandlungen wurden im Formularprozess noch nicht geführt, da unbekannt. Es gab lediglich vergleichsweise Abmachungen der Parteien, die der Iudex berücksichtigen sollte.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese konnten zu Freisprüchen <i>(absolutiones)</i> und Verurteilungen <i>(condemnationes)</i> führen. Versäumnisverfahren sind überliefert, strittig allein ist, ob die Verurteilung mit oder ohne Sachprüfung ergingen.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Beweisverfahren">Beweisverfahren</h4></div>
<p>Zu Fragen der <a href="Beweislast" title="Beweislast">Beweislast</a> <i>(onus (necessitas) probandi)</i> im Formularprozess, wurde in den antiken Quellen eingehend geschrieben, weil das <a href="Anspruch_(Recht)" title="Anspruch (Recht)">Anspruchswesen</a> auf die Verfolgung von Forderungen <i>(<a href="Actio_(Recht)" title="Actio (Recht)">actiones</a>)</i> und die dagegenstehenden Einwendungen <i>(exceptiones)</i> ausgerichtet war. Die Verteilung der Beweislast entsprach etwa derjenigen, die aus den meisten heutigen europäischen Rechtsordnungen bekannt ist. Tatsachen hatte der Behauptende, nicht der Bestreitende nachzuweisen. Auf <a href="Iulius_Paulus" title="Iulius Paulus">Iulius Paulus</a> geht zurück, dass die Beweislast bei demjenigen liege, der behaupte und nicht bei demjenigen, der leugne: <i>ei incumbit probatio, qui dicit, non qui negat</i>.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das galt wechselbezüglich für beide Parteirollen, für den Kläger wie den Beklagten.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zur Frage, ob Umstände zu widerlegen waren, die für negative Tatsachen sprachen, gab es in der Rechtsliteratur Auslegungsdifferenzen. Überwiegend wird der Auffassung <a href="Giovanni_Pugliese" title="Giovanni Pugliese">Giovanni Puglieses</a> gefolgt, der dies verneinte, sich zudem gegenüber dem Interpolationskritiker <a href="Ernst_Levy_(Jurist)" title="Ernst Levy (Jurist)">Ernst Levy</a> behauptete, der davon ausging, dass Beweislastregeln im Formularprozess nicht vorgegeben gewesen seien.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anlassbezogene Ausnahmeregelungen konnten den Grundsatz einschränken und bei einzelnen <a href="Einwendung" title="Einwendung">Einreden</a> war auch die <a href="Beweislastumkehr" title="Beweislastumkehr">Beweislastumkehr</a> vorgesehen.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andererseits muss im Lichte heutiger Rechtsvorstellungen einschränkend attestiert werden, dass Urteile nicht stets auf Basis der erweisbaren Faktenlage, sondern aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des Be- bzw. Angeklagten erfolgte.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es galt, dass <a href="Beweismittel" title="Beweismittel">Beweismittel</a> anzugeben waren. Für den Beweisantritt waren <a href="Urkunde" title="Urkunde">Urkunden</a>, <a href="Zeugenbeweis" title="Zeugenbeweis">Zeugen</a>, <a href="Sachverst%C3%A4ndiger" title="Sachverständiger">Sachverständige</a> zu nennen und Parteieide anzumelden. Regeln hierzu wurden in der Jurisprudenz zum Formularprozess nicht entwickelt. Das Interesse der klassischen Juristen galt materiellen Rechtsfragen, weshalb formal-prozessuale Tatsachenfragestellungen recht unterbeleuchtet blieben, überlassen als Betätigungsfeld den <a href="Rhetorik" title="Rhetorik">Rhetorikern</a>. Erst mit der Einführung des <a href="Kognitionsverfahren" title="Kognitionsverfahren">Kognitionsverfahrens</a>, bemühten sich auch Juristen um Regeln zur Beweislehre.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Festgehalten werden kann, dass es bezüglich der Zeugnisfähigkeit nicht auf das <a href="R%C3%B6misches_B%C3%BCrgerrecht" title="Römisches Bürgerrecht">Bürgerrecht</a> ankam und überwiegend<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> davon ausgegangen wird, dass auch Frauen (Herleitung mit Ulpian und Paulus <a href="Umkehrschluss" title="Umkehrschluss">e contrario</a> aus der <i><a href="Lex_Iulia_de_adulteriis_coercendis" title="Lex Iulia de adulteriis coercendis">lex Iulia de adulteriis coercendis</a></i>)<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Sklaven (soweit nicht gegen ihre <i><a href="Pater_familias" title="Pater familias">domini</a></i>) aussagen durften.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine allgemeine Zeugenpflicht gab es nicht, sagte der Zeuge aber aus, musste er berücksichtigen, dass er regelmäßig unter Eid stand. Falschaussagen wurden als Zeugnisdelikte bestraft, ursprünglich mit dem Sturz vom <a href="Tarpejischer_Fels" title="Tarpejischer Fels">Tarpejischen Felsen</a>. Die Sanktion rührte aus den <a href="Zw%C3%B6lftafelgesetz" title="Zwölftafelgesetz">XII Tafeln</a> her. Das übliche Nachweismedium waren für Urkunden <i>(testationes)</i> gesiegelte <a href="Wachstafel" title="Wachstafel">Wachstäfelchen</a> <i>(tabulae ceratae)</i>, die – vor Zeugen – von einem <a href="Dritter" title="Dritter">Dritten</a>, der den Urkundentext objektiv stilisierte, errichtet wurden. Als Urkundenbeweise kamen auch geschäftliche Aufzeichnungen, Briefe und Tagebücher in Betracht.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Urkunden wurden vorgelesen. Den Vorrang in der Beweismittelkette nahm im Allgemeinen die Zeugenvernehmung ein. Zur Urkundenbeschaffung standen die <i><a href="Actio_ad_exhibendum" title="Actio ad exhibendum">actiones ad exhibendum</a></i> und <i><a href="Actio_in_factum" title="Actio in factum">in factum</a></i> zur Verfügung. Sachverständige <i>(menores)</i> wurden entweder von den Parteien oder vom Iudex beigezogen. Ihre Ergebnisse übermittelten <i>(renuntiatio)</i> sie, insbesondere im Grundstücksverkehr, nach persönlicher <a href="Augenschein" title="Augenschein">Inaugenscheinnahme</a> <i>(oculisque suis locis subiectis)</i>.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Strittig ist bis heute, ob der Iudex, nachdem der Magistrat im Verfahren <i>in iure</i>, Parteieide abgenommen hatte, mit eigener Autorität selbst noch anordnen durfte.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Das_Urteil">Das Urteil</h4></div>
<p>Der Iudex war verpflichtet, eine entscheidungsreife Sache durch Urteil zu beschließen. Mit der Urteilsverkündung, der <i><a href="Actio_(Rhetorik)#Pronuntiatio_im_römischen_Recht" title="Actio (Rhetorik)">pronuntiatio</a></i>, wurde eine in den Prozess eingeführte strittige Sache, die <i>res in iudicium deducta</i>, zu einer <i>res iudicata</i>, einer entschiedenen Sache.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine persönliche Verhinderung musste als Entschuldigungsgrund eidlich vorgetragen werden.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Idealerweise stimmten die gewonnene richterliche Überzeugung <i>(sententia)</i> und der magistratische Formelinhalt überein. Die inhaltlichen Anordnungen lauteten auf Verurteilung <i>(condemnatio)</i> oder Freispruch <i>(absolutio)</i>.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Enthielt die Klage eine Arbiträrklausel, machte der Richter eine Zwischenfeststellung und entschied im Rahmen des ihm zugewiesenen <a href="Ermessen" title="Ermessen">Ermessensspielraums</a> erst danach endgültig. Eine Urteilsbegründung war nicht obligatorisch.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unterschiedliche Auffassungen werden zur materiellen Rechtskraft der Urteile vertreten. Streitpunkt ist, inwieweit neben der zwar unterschiedlich begründeten, aber im Ergebnis unbestrittenen,<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Pr%C3%A4klusion" title="Präklusion">Präklusionswirkung</a> eines Urteils, die den Ausschluss eines weiteren Prozesses bedeutet, auch <a href="Pr%C3%A4judiz" title="Präjudiz">Präjudizialität</a> im Sinne der Bindungskraft an das Urteil, eintrat. Zumindest durfte die Urteilswirkung nicht zulasten Dritter sein.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Urteile im Formularprozess lauteten regelmäßig auf Geld, selbst dann, wenn die Klageansprüche oder Leistungsgegenstände an sich keine Geldforderungen umfassten. Die Verurteilung lehnte sich am Klagewortlaut an, gab die genaue Geldsumme (inklusive etwaiger) Zinsen an. <a href="Kalkulationsirrtum" title="Kalkulationsirrtum">Kalkulationsirrtümer</a> bei der Berechnung konnte der Iudex selbst korrigieren. Da das Geldurteil Begründungsakt einer Verbindlichkeit <i>(obligatio)</i> war, konnte die Vollstreckung mittels der <i><a href="Actio_iudicati" title="Actio iudicati">actio iudicati</a></i> erzwungen werden. Als weitergehende Rechtsfolge konnte die <a href="Infamie" title="Infamie">Infamie</a> zum Zug kommen. Berufungs- oder Revisionsverfahren (eingeführt erst im Kognitionsverfahren) waren grundsätzlich nicht vorgesehen, sind dennoch für den Formularprozess in Einzelfällen in klassischen und nachklassischen Quellen bezeugt. Auch durfte der Prätor nach Urteilsfindung nicht mehr eingreifen. Rückforderungsrechte bestanden nicht, selbst dann nicht, wenn sich erweist, dass zu Unrecht gezahlt worden ist. Ein Freispruch führte zur präklusiven Konsumtion, vollständigem Anspruchs- und damit Klageverbrauch. Teilungsurteile konnten rechtsgestaltend durch Eigentumszuweisung vollzogen werden, Feststellungsurteile betrafen zumeist <a href="Statuslehre_(Recht)" title="Statuslehre (Recht)">Statusfragen</a>.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Blankette_im_Formularprozess">Blankette im Formularprozess</h2></div>
<p><span id="Blankett"></span>
Blankette sind Stellvertreternamen im römischen Formularprozess:
</p>
<ul><li><i>AULUS AGERIUS</i> (A. A.) – Blankett für den Namen des Klägers</li>
<li><i><a href="Numerius_Negidius" class="mw-redirect" title="Numerius Negidius">NUMERIUS NEGIDIUS</a></i> (N. N.) – Blankett für den Namen des Beklagten</li>
<li><i><a href="Res" title="Res">REM</a> </i> – Blankett für die konkrete Bezeichnung der Sache</li>
<li><i><a href="Lucius" title="Lucius">LUCIUS</a></i> – Beispiel für den Namen des Richters</li></ul>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Kurulischer_Stuhl" title="Kurulischer Stuhl">Kurulischer Stuhl</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Aureus" title="Aureus">Aureus</a> mit Kaiser <a href="Marcus_Opellius_Macrinus" class="mw-redirect" title="Marcus Opellius Macrinus">Marcus Opellius Macrinus</a> und kurulischem Stuhl</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Zeitlicher Rahmen im Vergleich zur Entwicklung Roms</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ul><li><a href="Gaius_(Jurist)" title="Gaius (Jurist)">Gaius</a>, <i><a href="Institutiones_Gai" title="Institutiones Gai">Institutiones</a></i>, 2.278; 4.30; 4.95.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Ignazio Buti: <i>Il „praetor“ e le formalità introduttive del processo formulare</i> (Band 29 Facoltà di Giurisprudenza: Pubblicazioni della, Università Camerino), Jovene 1984. ISBN 978-88-243-0513-6.</li>
<li><a href="Herbert_Hausmaninger" title="Herbert Hausmaninger">Herbert Hausmaninger</a>, <a href="Walter_Selb" title="Walter Selb">Walter Selb</a>: <i>Römisches Privatrecht</i>, Böhlau, Wien 1981 (9. Auflage 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 374–386.</li>
<li><a href="Max_Kaser" title="Max Kaser">Max Kaser</a>, <a href="Karl_Hackl_(Rechtshistoriker)" title="Karl Hackl (Rechtshistoriker)">Karl Hackl</a> (Bearbeiter): <cite style="font-style:italic">Das römische Zivilprozessrecht</cite>. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl. 2. Auflage. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>712</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Formularprozess&rft.au=Max+Kaser%2C+Karl+Hackl+%28Bearbeiter%29&rft.btitle=Das+r%C3%B6mische+Zivilprozessrecht&rft.date=1996&rft.edition=2.&rft.genre=book&rft.isbn=3406404901&rft.pages=712&rft.place=M%C3%BCnchen&rft.pub=Beck" style="display:none"> </span></li>
<li>Max Kaser, <a href="Rolf_Kn%C3%BCtel" title="Rolf Knütel">Rolf Knütel</a> (Bearbeiter): <cite style="font-style:italic">Römisches Privatrecht: ein Studienbuch</cite>. Fortgeführt von <a href="Rolf_Kn%C3%BCtel" title="Rolf Knütel">Rolf Knütel</a>. 19. Auflage. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57623-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>464</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Formularprozess&rft.au=Max+Kaser%2C+Rolf+Kn%C3%BCtel+%28Bearbeiter%29&rft.btitle=R%C3%B6misches+Privatrecht%3A+ein+Studienbuch&rft.date=2008&rft.edition=19.&rft.genre=book&rft.isbn=9783406576232&rft.pages=464&rft.place=M%C3%BCnchen&rft.pub=Beck" style="display:none"> </span></li>
<li>Max Kaser: <i>Beweislast und Vermutung im römischen Formularprozeß.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 71, Heft 1, 1954, S. 221–241 [Zum Beweisverfahren].</li>
<li>Max Kaser: <i>Das Urteil als Rechtsquelle im römischen Recht.</i> In: Max Kaser, Walter Selb, <a href="Franz_Wieacker" title="Franz Wieacker">Franz Wieacker</a>: <i>Römische Rechtsquellen und angewandte Juristenmethode. Ausgewählte, zum Teil grundlegend erneuerte Abhandlungen</i> (= Forschungen zum römischen Recht. Band 36). Wien/Köln/Graz 1986, ISBN 3-205-05001-0. S. 42–64 [Zum Urteilsverfahren].</li>
<li>Christine Lehne: <i>Die Stellung der Juristen im Formularverfahren.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 131, Heft 1, 2014, S. 216–312.</li>
<li><a href="Johannes_Platschek" title="Johannes Platschek">Johannes Platschek</a>: <i>Formularprozess: Grundlagen.</i> In: <a href="Ulrike_Babusiaux" title="Ulrike Babusiaux">Ulrike Babusiaux</a>, <a href="Christian_Baldus" title="Christian Baldus">Christian Baldus</a>, <a href="Wolfgang_Ernst_(Rechtswissenschaftler)" title="Wolfgang Ernst (Rechtswissenschaftler)">Wolfgang Ernst</a>, <a href="Franz-Stefan_Meissel" title="Franz-Stefan Meissel">Franz-Stefan Meissel</a>, Johannes Platschek, <a href="Thomas_R%C3%BCfner" title="Thomas Rüfner">Thomas Rüfner</a> (Hrsg.): <i><a href="Handbuch_des_R%C3%B6mischen_Privatrechts" title="Handbuch des Römischen Privatrechts">Handbuch des Römischen Privatrechts</a>. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 342–349 (Rn. 1–17).</li>
<li>Richard Schott: <i>Römischer Zivilprozess und moderne Prozesswissenschaft: Streitfragen aus dem Formularprozess</i>, Scienta, Aalen 1985, ISBN 3-511-09187-X.</li>
<li><a href="Andreas_Wacke" title="Andreas Wacke">Andreas Wacke</a>: <i>Zur Beweislast im klassischen Zivilprozeß: <a href="Giovanni_Pugliese" title="Giovanni Pugliese">Giovanni Pugliese</a> versus <a href="Ernst_Levy_(Jurist)" title="Ernst Levy (Jurist)">Ernst Levy</a>.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 109, Heft 1, 1992, S. 411–449 [Zum Beweisverfahren].</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/searchresults?isThumbnailFiltered=false&query=Formularprozess">Suche nach Formularprozess</a>. In: <a href="Deutsche_Digitale_Bibliothek" title="Deutsche Digitale Bibliothek">Deutsche Digitale Bibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://stabikat.de/Search/Results?lookfor=Formularprozess">Suche nach Formularprozess</a> im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – <a href="Stiftung_Preu%C3%9Fischer_Kulturbesitz" title="Stiftung Preußischer Kulturbesitz">Preußischer Kulturbesitz</a> <sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?q=Formularprozess">eingeschränkte Vorschau</a> in der Google-Buchsuche</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20151210104330/http://www.rwi.uzh.ch/lehreforschung/alphabetisch/ernst/cont/actio.pdf">Wolfgang Ernst, Universität Zürich, Rechtswissenschaftliches Institut Römische Rechtsgeschichte, Beispiele für Klageformeln im Formularprozess</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. Dezember 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (PDF; 15 kB)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Ernst_Georges" title="Karl Ernst Georges">Karl Ernst Georges</a>, <a href="Thomas_Baier_(Philologe)" title="Thomas Baier (Philologe)">Thomas Baier</a>, Tobias Dänzer (Hrsg.): <i>Der Neue Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch I (A–H), II (I–Z)</i>, auf Grundlage der 8. verbesserten und vermehrten Auflage von <a href="Heinrich_Georges" title="Heinrich Georges">Heinrich Georges</a>, 1913, neu bearbeitet 2013.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Franz_Wieacker" title="Franz Wieacker">Franz Wieacker</a>: <i>Römische Rechtsgeschichte. Quellenkunde, Rechtsbildung, Jurisprudenz und Rechtsliteratur</i>. I. Abschnitt: <i>Einleitung, Quellenkunde, Frühzeit und Republik</i>, 1988, (= <i><a href="Handbuch_der_Altertumswissenschaft" title="Handbuch der Altertumswissenschaft">Handbuch der Altertumswissenschaft</a></i>, Abt. 10, Teil 3); S. 447.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Hierzu ausführlich, Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht.</i> 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, Beck München, 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 220–349.; Johannes Platschek: <i>Formularprozess: Verhandlung „in iure“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i><a href="Handbuch_des_R%C3%B6mischen_Privatrechts" title="Handbuch des Römischen Privatrechts">Handbuch des Römischen Privatrechts</a>. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 372–412.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Hierzu ausführlich, <a href="Georg_Klingenberg_(Jurist)" title="Georg Klingenberg (Jurist)">Georg Klingenberg</a>: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Gaius, <i>Institutiones</i> 4, 30.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Kaser, Karl Hackl: <cite style="font-style:italic">Das römische Zivilprozessrecht</cite>. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl. 2. Auflage. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Formularprozess&rft.au=Max+Kaser%2C+Karl+Hackl&rft.btitle=Das+r%C3%B6mische+Zivilprozessrecht&rft.date=1996&rft.edition=2.&rft.genre=book&rft.isbn=3406404901&rft.place=M%C3%BCnchen&rft.pub=Beck" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Herbert_Hausmaninger" title="Herbert Hausmaninger">Herbert Hausmaninger</a>, <a href="Walter_Selb" title="Walter Selb">Walter Selb</a>: <i>Römisches Privatrecht</i>, Böhlau, Wien 1981 (9. Auflage 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 374.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Lorenzo Gagliardi: <i>Zur Figur des iudex privatus im römischen Zivilprozess. Eine historisch-soziologische Untersuchung auf der Grundlage literarischer Quellen.</i> In: <i><a href="Revue_Internationale_des_Droits_de_l%E2%80%99Antiquit%C3%A9" title="Revue Internationale des Droits de l’Antiquité">Revue Internationale des Droits de l’Antiquité</a></i> (RIDA), Band 55 (2008), S. 241–266, hier S. 252.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa, <a href="Ulpian" title="Ulpian">Ulpian</a> 49 <i>Ad edictum libri LXXXIII</i>, in <i><a href="Pandekten" title="Pandekten">Digesten</a></i> 5,1,63.; <a href="Iulius_Paulus" title="Iulius Paulus">Iulius Paulus</a> 17 <i>Ad Plautium libri XVIII</i>, in <i>Digesten</i> 5,1,28,4 (zu Streitbezeugung und Klageformel).</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Platschek: <i>Formularprozess: Verhandlung „in iure“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 372–412, hier S. 373 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 27 <i>Ad edictum libri LXXXIII</i>, in <i>Digesten</i> 42,1,56.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 195 und 277.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Papinian" title="Papinian">Papinian</a> 3 <i>Quaestionum libri XXXVII</i>, in <i>Digesten</i> 5,1,39pr.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Gaius_(Jurist)" title="Gaius (Jurist)">Gaius</a>, <i><a href="Institutiones_Gai" title="Institutiones Gai">Institutiones</a></i> 4,43, 50, 51, 86: <i>Condemna; absolve</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Gaius, <i>Institutiones</i> 4,40–44.; siehe auch einzelne Ausführungen in der auf Formelsprüche bezugnehmenden <i><a href="Lex_rivi_Hiberiensis" title="Lex rivi Hiberiensis">lex rivi Hiberiensis</a></i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Platschek: <i>Formularprozess: Verhandlung „in iure“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 372–412, hier S. 385–393.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Kaser: <i>Das Römische Privatrecht. Erster Abschnitt. Das altrömische, das vorklassische und klassische Recht.</i> C. H. Beck Verlag, München 1955 <i>(<a href="Handbuch_der_Altertumswissenschaft#X._Rechtsgeschichte_des_Altertums" title="Handbuch der Altertumswissenschaft">Zehnte Abteilung, Dritter Teil, Dritter Band, Erster Abschnitt</a>)</i> § 153, S. 545 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Platschek: <i>Formularprozess: Verhandlung „in iure“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 372–412, hier S. 398–407.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Friederike Erxleben: <i>Translatio iudicii. Der Parteiwechsel im römischen Formularprozess.</i> In: <i>Münchener Beiträge zur Papyrusforschung und antiken Rechtsgeschichte; Heft 112.</i> C.H. Beck, München 2017. Insbesondere S. 159 f. und 269.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Grundsätzlich dazu, <a href="Jan_Dirk_Harke" title="Jan Dirk Harke">Jan Dirk Harke</a>: <i>Der Eid im klassischen römischen Privat- und Zivilprozessrecht.</i> In: <i>Schriften zur Rechtsgeschichte</i> (RG), Band 164. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-14172-2. Insbesondere S. 93.; <a href="Otto_Lenel" title="Otto Lenel">Otto Lenel</a>: <i>Das Edictum perpetuum. Ein Versuch zu seiner Wiederherstellung.</i> 3. Auflage, 1927 (Nachdruck 1956, 1974, 1985). Insbesondere S. 149–151, 235–237, 512.; <a href="Peter_Gr%C3%B6schler" title="Peter Gröschler">Peter Gröschler</a>: <i>Actiones in factum. Eine Untersuchung zur Klage-Neuschöpfung im nichtvertraglichen Bereich.</i> In: <i>Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge</i> (FRA), Band 39, 2002. S. 141 f. und 147 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Gaius, 5 <i>Ad edictum provinciale (et ad edictum aedilium curulium) libri II</i>, in <i>Digesten</i> 12,2,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Platschek: <i>Formularprozess: Verhandlung „in iure“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 372–412, hier S. 407 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 355–382.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Besonderes öffentliches Interesse bestand beispielhaft bei Mult- oder Publikanenprozessen, oder gemeingefährlichen Delikten. Grundlegend zum Kollegialgericht, vgl. Bruno Schmidlin: <i>Das Rekuperatorenverfahren. Eine Studie zum römischen Prozess.</i> Freiburg, Universitätsverlag Schweiz 1963.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Stellvertretend: Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 8–11 und 359.</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. mit zahlreichen Fußnoten, Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 417 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 414 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Dieter_N%C3%B6rr" title="Dieter Nörr">Dieter Nörr</a>: <i>Rechtskritik in der römischen Antike.</i> C.H. Beck Verlag 1974. ISBN 978-3-7696-0072-8. S. 42.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Marcus_Tullius_Cicero" title="Marcus Tullius Cicero">Cicero</a>, <i><a href="Topica" title="Topica">Topica</a></i> 65.; Cicero, <i><a href="Reden_gegen_Verres" title="Reden gegen Verres">Verres</a></i> II, 2,71.; Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 197.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Begrifflich festgehalten beispielsweise in der <i><a href="Lex_Irnitana" title="Lex Irnitana">lex Irnitana</a></i> (cap. 90, X A Z. 26–37 und cap. 91 X A Z. 42, 48 f.) und in einem Papyrus-Fragment <a href="Ulpian" title="Ulpian">Ulpians</a> (P. Ant I 22v25 f.).</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Vertreten von der <a href="Herrschende_Meinung" title="Herrschende Meinung">herrschenden Meinung</a> (sogenannte „Brückentheorie“), vgl. <a href="Wilhelm_Simsh%C3%A4user" title="Wilhelm Simshäuser">Wilhelm Simshäuser</a>: <i>Julián González, The Lex Irnitana. II. Alvaro D'Ors, La Ley Flavia Municipal. III. Alvaro D'Ors/Xavier D'Ors, Lex Irnitana.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 107, Heft 1, 1990, S. 543–561, hier S. 550 f.; Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 335 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Gaius, <i>Institutiones</i> 4,104.; <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a>, <i><a href="Annales_(Tacitus)" title="Annales (Tacitus)">Annalen</a></i> 6,16.; <a href="Iulius_Paulus" title="Iulius Paulus">Paulus</a> 71 <i>Ad edictum libri LXXX</i>, in <i>Digesten</i> 46,7,2., sowie Paulus 22 <i>Ad edictum libri LXXX</i>, in <i>Digesten</i> 9,2,30,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Hugo Krüger: <i>Tuor, Peter, Die mors litis im römischen Formularverfahren.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 27, Heft 1, 1906, S. 370–373.</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 30 <i>Ad (Masurium) Sabinum libri LI</i>, in <i>Digesten</i> 10,3,21; Ulpian 77 <i>Ad edictum libri LXXXIII</i>, in <i>Digesten</i> 42,1,26.</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 430 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text">Paulus 69 <i>Ad edictum libri LXXX</i>, in <i>Digesten</i> 22,3,2.</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 7 <i>Disputationum libri X</i>, in <i>Digesten</i> 22,3,19pr.; Ulpian 4 <i>Ad edictum libri LXXXIII</i>, in <i>Digesten</i> 44,1,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Giovanni Pugliese: <i>Scritti giuridici scelti.</i> Vol. I., (Ausgewählte juristische Schriften, Band 1), Diritto romano, Jovene 1985. S. 177–252.; Ernst Levy: <i>Gesammelte Schriften. Erster Band.</i> Böhlau Verlag, Köln 1963. S. 407–424.</span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 6 <i>Disputationum libri X</i>, in <i>Digesten</i> 22,3,18,2; <a href="Publius_Iuventius_Celsus_(Jurist)" title="Publius Iuventius Celsus (Jurist)">Celsus</a> 11 <i>Digestorum libri XXXIX</i>, in <i>Digesten</i> 22,3,11.</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Meret_Strothmann" title="Meret Strothmann">Meret Strothmann</a>: <i>Im Zentrum steht die Magie. Zu religiösen Räumen zwischen Heiden und Christen in der römischen Antike.</i> In: Muriel González Athenas und Monika Frohnapfel-Leis (Hrsg.): <i>Zwischen Raum und Zeit. Zwischenräumliche Praktiken in den Kulturwissenschaften.</i> Berlin, Boston, De Gruyter Oldenbourg, 2022. S. 155–186, hier S. 171.</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 436 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text">Pro: Cicero, <i>Pro M. Caelio</i> 32 ff.; Cicero, <i><a href="Reden_gegen_Verres" title="Reden gegen Verres">In Verrem actio secunda II.</a></i> 1,93; 2,5,129.; vgl. auch Ulrike Steck: <i>Der Zeugenbeweis in den Gerichtsreden Ciceros</i>, (Dissertation). In: <i>Europäische Hochschulschriften Recht, Band 4839</i>, Frankfurt am Main, Berlin, u. a. 2009. ISBN 978-3-631-57254-2. S. 133–138. Contra: Unter Bezug auf die <i>lex Horatia</i>, die einmalig, die Frauenvernehmung der <a href="Vestalin" title="Vestalin">Vestalin</a> Tarquinia zuließ, Umberto Vincenti: <i>Duo genera sunt testium. Contributo allo studio della prova testimonale nel processo romano</i>, 1989. ISBN 978-8-813-16773-8. S. 92–94.</span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 1 <i>Ad (Masurium) Sabinum libri LI</i> 28,1,20,5 und 6.</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Aelius_Marcianus_(Jurist)" title="Aelius Marcianus (Jurist)">Marcian</a> 2 <i>De iudiciis publicis libri II</i>, in <i>Digesten</i> 48,18,9pr.; <a href="Peter_Brunt" title="Peter Brunt">Peter Brunt</a>: <i>Evidence given under Torture in the Principate.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 97, Heft 1, 1980. S. 256–265.</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text">Cicero, <i>Pro P. Quinctio</i> 57 und 58.; <a href="Quintus_Cervidius_Scaevola" title="Quintus Cervidius Scaevola">Scaevola</a> 9 <i>Digestorum libri XL</i>, in <i>Digesten</i> 22,3,29pr.</span>
</li>
<li id="cite_note-46"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-46">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian 6 <i>Opininoum libri VI</i>, in <i>Digesten</i> 10,1,8,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">Eingehend dazu, <a href="Jan_Dirk_Harke" title="Jan Dirk Harke">Jan Dirk Harke</a>: <i>Der Eid im klassischen römischen Privat- und Zivilprozessrecht.</i> In: <i>Schriften zur Rechtsgeschichte</i> (RG), Band 164. Duncker & Humbloth, Berlin 2013. ISBN 978-3-428-14172-2. S. 110–113 und 129 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Herennius_Modestinus" title="Herennius Modestinus">Modestin</a>, 7 <i>Pandectarum libri XII</i>, in <i>Digesten</i> 42,1,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulpian, 23 <i>Ad edictum libri LXXXIII</i>, in <i>Digesten</i> 50,5,13,2: <i>rem sibi non liquere</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text">Stellvertretend: Max Kaser, Karl Hackl: <i>Das römische Zivilprozessrecht</i>, 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage / neu bearbeitet von Karl Hackl, C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40490-1. S. 370.</span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 449–452.</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Superpositionstheorie versus Absorptionstheorie; vgl. stellvertretend, Max Kaser: <i>Das römische Zivilprozeßrecht</i> (= <i>Handbuch der Altertumswissenschaft.</i> Abteilung 10: <i>Rechtsgeschichte des Altertums.</i> Band 3.4). München 1966; 2. Auflage 1996 bearbeitet von Karl Hackl. ISBN 3-406-40490-1. S. 292 f.; <a href="Detlef_Liebs" title="Detlef Liebs">Detlef Liebs</a>: <i>Die Klagenkonsumption des römischen Rechts.</i> In: <i>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte</i> (Romanistische Abteilung), Band 86, Heft 1, 1969, S. 169–191.</span>
</li>
<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">Das betraf insbesondere <a href="Vers%C3%A4umnisurteil" title="Versäumnisurteil">Urteile aus Versäumnis</a>, Urteile, bei denen <a href="Vorsatz_(Recht)" title="Vorsatz (Recht)">Vorsatz (<i>dolus</i>)</a> festgestellt wurde, insbesondere <a href="Kollusion_(Recht)" title="Kollusion (Recht)">kollusive Akte</a>, oder richterliches Fehlverhalten <i>(iniuria iudicis)</i>; vgl. hierzu <a href="Andreas_Wacke" title="Andreas Wacke">Andreas Wacke</a>, in <i>Legal roots. The international Journal of Roman Law, Legal History and Comparative Law 3</i> (2014). S. 187–216.; Quellen: Ulpian 2 <i>Ad edictum aedilium curulium</i>, in <i>Digesten</i> 21,2,55pr.; Paulus 2 <i>Quaestionum libri XXVI</i>, in <i>Digesten</i> 5,2,17,1.</span>
</li>
<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg Klingenberg: <i>Formularprozess: Verhandlung „apud iudicem“.</i> In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): <i>Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58.</i> Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 413–475, hier S. 452–458.</span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text"><b>Achtung</b>: Die Datenbasis hat sich geändert; bitte Ergebnis überprüfen und <code>SBB=1</code> setzen wenn Ergebnis Sinnvoll.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable" style="border-top-style: solid; border-top-width: 1px; clear: both; font-size:95%; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="Vorlage_Rechtshinweis"><div class="noviewer noresize nomobile" style="display: table-cell; padding-bottom: 0.2em; padding-left: 0.25em; padding-right: 1em; padding-top: 0.2em; vertical-align: middle;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="skin-invert" typeof="mw:File"></span></div>
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